Die Filmemacherin Marian Masoliver reiste kürzlich mit Simon Edwards nach Cusco, Peru, um über den Einfluss des Friedens-Bildungs-Programms (PEP) auf Jugendliche in Schulen zu berichten. In diesem Blog erzählt sie von ihren Eindrücken und Gedanken. Abonnieren Sie den E-Mail-Newsletter von TPRF, um auch die Videoaufnahmen zu sehen, sobald sie erscheinen.

Unter Bananenbäumen im Heiligen Tal der Inkas bei Machu Picchu sitzend, lasse ich die letzten drei Wochen in Cusco Revue passieren. (Es klingt nach Paradies, aber es ist heiß, sage ich euch, und die Moskitos hier nerven gewaltig!)

Das Friedens-Bildungs-Programm hat einen starken Einfluss auf das Leben der 15- bis 17-jährigen Schülerinnen und Schüler dort. Die Kursinhalte, die Themen wie Frieden, Wertschätzung, Hoffnung und Innerer Frieden behandeln, finden großen Anklang. Die Schüler nehmen an dem neuesten Kurs teil, „PEP Collection“ – das verwendete Material besteht aus kurzen, einfachen, kreativen, unterhaltsamen Videos mit toller Optik. In den interaktiven Workshops kommen die Jugendlichen zu Wort, und sie merken, dass man ihnen zuhört. Das in den Kursen gezeigte Videomaterial ist aus Prem Rawats Vorträgen in aller Welt zusammengestellt.

Lilly Harvie gehört zu den ehrenamtlichen Helfern, die das Friedens-Bildungs-Programm an die Schulen in Cusco brachten. Auch sie, erzählt sie, sei vor vielen Jahren im Teenageralter mit Prem Rawats Botschaft in Berührung gekommen, was bei ihr den Wunsch nach einem erfüllteren Leben ausgelöst habe. „Wenn es mir geholfen hat, dann kann es auch den Teenagern von heute helfen!“, sagt sie.

Cusco, Perú peace education

Roxany Salinas, eine Kunst- und Kulturlehrerin, erleichtert die Friedenserziehung

Es war ein schicksalhafter Tag im Juli 2018, als Lilly an die Tür der Schule I.E. Emblematica GUE Inca Garcilaso de la Vega klopfte, mit 4.000 Schülern eine der größten Schulen in Cusco. Der Schulrektor, Herr Suarez, empfing sie mit offenen Armen. Er war auf der Suche nach neuen Wegen, um Frieden unter den Schülern zu stärken, nachdem sich dort eine schreckliche Tragödie ereignet hatte – ein Streit zwischen Schülern mit tödlichem Ausgang.

„Was passiert, passiert nicht ohne Grund“, sagt Rektor Suarez. Im Jahr 2017 organisierte er die 1. Friedenskonferenz, ein Versuch, die beiden beteiligten Schulen an einen Tisch zu bringen und sich auf ein friedliches Verhalten zu einigen. Aber das war nicht einfach. „Die Gewalt in den Schulen ist nur ein Spiegelbild der häuslichen Problematik. Es ist ein großes Problem“, sagt er.

Cusco, Perú peace education studentsAls Lilly ihm angeboten habe, das Friedens-Bildungs-Programm an seine Schule zu bringen, sagt Herr Suarez, seien seine Gebete erhört worden. „Es war ein ehrliches Angebot, wir mussten nichts bezahlen, und wir brauchten Hilfe.“ Seither wird Friedenserziehung für alle Schüler der Mittelstufe an seiner Schule angeboten. Und nicht nur das – er war so beeindruckt, was das Programm innerhalb von 15 Monaten bewirkt hatte, dass er half, es an 45 weiteren Schulen in Cusco einzuführen.

„Wir wollen, dass die Welle immer größer wird. Wir wollen diese Dynamik nutzen“, sagt Suarez. „Es geht darum, eine Friedenskultur und eine Kultur der Prävention einzuführen. Die Kultur, die wir heute an den Schulen schaffen, ist die Kultur, der wir morgen in unserer Kommune begegnen.“

Die Schüler ziehen mit. Sie sehen sich persönlich betroffen und sie fühlen sich befähigt, eine Friedenskultur aufzubauen.

Cusco, Perú peace educationAm 12. Oktober fand die 3. Friedenskonferenz im Kongresszentrum der Gemeinde Cusco statt. Die Protagonisten? Die Schüler selbst. Mit der Hilfe von Herrn Suarez und Lilly und mit Unterstützung der Co-Rektoren und der Lehrerschaft stellten sie eine unterhaltsame Veranstaltung auf die Beine.

Rund 750 Teilnehmer, darunter Schüler, Lehrer, Eltern und eingeladene Vertreter anderer Einrichtungen, besuchten die Veranstaltung, auf der die Schüler ihrer Passion für Frieden auf kreative Weise Ausdruck verliehen.

Schülerinnen und Schüler aus zehn Schulen zeigten mit Theater-, Tanz- und Gesangsvorführungen ihre Begeisterung für das Friedens-Bildungs-Programm. Jede Schule griff eines der zehn Workshop-Themen auf: Frieden, Wertschätzung, Innere Stärke, Selbstwahrnehmung, Klarheit, Verständnis, Würde, Wahlfreiheit und Zufriedenheit. „Es ist eine Gelegenheit für die Schüler, zusammenzukommen und gemeinsam für eine gute Sache zu arbeiten“, erklärt einer von ihnen begeistert.

Cusco, Perú peace education studentDie Schülersprecher – die von ihrer jeweiligen Schülergruppe als Vertreter gewählt wurden – erzählen, wie Friedenserziehung ihnen geholfen hat, und zitieren im Anschluss eine Aussage Prem Rawats, die im Zusammenhang mit dem von ihrer Schule gewählten Thema steht.

Am Ende der vierstündigen Veranstaltung stellen die Schülersprecher aller Schulen eine Forderung. Laut und vernehmlich fordern sie einen Plan zur Fortführung des Friedens-Bildungs-Programms an ihren Schulen im Jahr 2020. Und sie wollen, dass auch ihre Lehrer und ihre Eltern an dem Programm teilnehmen.

„Unsere Eltern haben mehr Probleme als wir, und sie machen Fehler“, sagt ein junger Schüler. „Das Friedens-Bildungs-Programm kann ihnen helfen, und das verbessert auch unser Verhältnis mit ihnen.“

Cusco, Perú peace educationEs ist ein Welleneffekt für den Frieden, und er geht von den Jugendlichen aus. Sie haben es in der Hand, sie wollen eine bessere Zukunft für alle. Sie wollen die Friedenserziehung auf die gesamte Provinz Cusco ausdehnen.

Und es passiert. Seit August 2018 arbeiten Lilly und die Prem Rawat Foundation gemeinsam mit der Regionalverwaltung der Provinz Cusco in an einer Strategie, um das Friedens-Bildungs-Programm in ganz Cusco einzuführen. Tatsächlich hat in diesem Monat ein Vertreter der Schulbehörde von Cusco, Jonathan Loayza, die Einführung des Friedens-Bildungs-Programms in allen 13 Regionen von Cusco beantragt. 14 Vertreter dieser Regionen wurden geschult, um das Friedens-Bildungs-Programm in ihrer Region durchzuführen.

Cusco, Perú peace education police lilly

Lilly with the police

Es ist, als würde Frieden wie eine Flutwelle das gesamte Gebiet überschwemmen.

Und das ist noch nicht alles. Eine Sonderabteilung der Polizei von Cusco kommt in die Schulen; seit August 2018 nehmen sie an den Workshops des Friedens-Bildungs-Programms teil, um ihre Arbeit an Konfliktlösungen mit den Schülern und Eltern zu ergänzen. „Wir können nicht immer nur streng sein, wir sind auch Menschen“, sagt Capitana Valderrama. Von Hunderten Schülern bei der Friedenskonferenz am 12. Oktober angefeuert, sangen und tanzten sie in ihren Polizeiuniformen und feierten eine Kultur der Gewaltprävention und des Friedens.

Als wir uns vor ihrer Rückreise nach Lima von Lilly verabschieden, erzählt sie uns, dass viel Arbeit vor ihr liegt, weil dieses Programm so gefragt ist. Aber sie hilft gern, und für sie ist es „ein wahr gewordener Traum“. „Wann kommst du wieder nach Cusco?“, frage ich. „Bald“, erwidert sie, „es gibt so viel zu tun!“

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